Dem Masterplan liegt die grundlegende Erkenntnis zugrunde, wonach in der Kulturlandschaft Rheingau genügend Highlights vorhanden sind, die es zu vernetzen gilt. Dazu soll ein Wegesystem ausgebaut werden, das sinnbildlich auch ’Sprossenleiter’ genannt wird. Der Leinpfad entlang des Rheins stellt den einen Leiterholm dar, ein auf halber Höhe in Waldrandnähe verlaufender Panoramaweg den anderen. Zwischen den beiden Holmen bilden sogenannte Bachtalrouten die Leitersprossen.
Der Masterplan führt die unterschiedlichsten Projekte, Projektideen und Projektskizzen auf, die ergänzend dazu in den kommenden Jahren sukzessive weiterentwickelt bzw. umgesetzt werden sollen.
Als erste Maßnahmen sind derzeit die nachstehenden Projekte im Umsetzungsprozess oder bereits abgeschlossen.
Der rheinbegleitende Leinpfad soll in dem Teilstück vom Schwimmbad Eltville bis zum Hafen Rüdesheim als durchgehender Rad- und Gehweg im Rahmen des Bundesprogramms ‚Radwege an Bundesfernstraßen’ ausgebaut werden. Die Trasse verläuft durch zwei Naturschutzgebiete, das ‚Erbacher Wäldchen’ und die ‚Rheinwiesen Winkel/Geisenheim’, was das Eingehen vieler Kompromisse mit den beteiligten Fachbehörden bedeutete. Die 2004 begonnenen konkreten Planungen mussten mehrfach geändert und neuen Bedingungen und Auflagen angepasst werden. Im Dezember 2009 ist der erste Spatenstich am Leinpfad vorgenommen worden. Seitdem sind die Bauarbeiten entlang der Trassenführung in vollem Gange.
Als erstes Element entlang des zukünftigen Panoramaweges wurde der Aussichtspunkt "Wasseros" im Dezember 2009 fertig gestellt.
Der Panoramaweg gilt - neben dem Leinpfad - als eine zentrale Hauptroute des Regionalparks und verläuft auf bestehenden, jedoch noch nicht offiziell ausgewiesenen Wegen im oberen Abschnitt der Rheingau-Hänge. Der Aussichtspunkt "Wasseros" stellt dabei den Anfang weiterer Aussichts- und Aufenthaltspunkten dar, die der Zweckverband Rheingau entlang der Regionalpark-Routen im Rahmen des Gesamtwegekonzeptes noch realisieren möchte.
Der Name des Aussichtspunktes "Wasseros" ist dabei auf die gleichnamige Weinberglage zurückzuführen. An der Gemarkungsgrenze zwischen Kiedrich und Eltville ist dort an einer historischen Wegekreuzung eine Wasserrückhaltemulde gelegen, an der sich ein schöner Panoramablick in die Umgebung über Kiedrich und Erbach bis hinüber nach Rheinhessen eröffnet.
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Bodenmanagement Limburg-Außenstelle Eltville konnte der Zweckverband Rheingau in Kooperation mit dem Vorstand der Flurbereinigungs-Teilnehmergemeinschaft Kiedrich eine Alternative zu den schon im Masterplan konzipierten umfangreichen Planungen für diesen Aussichtspunkt realisieren. Der Aufenthaltsbereich wurde dabei bewusst naturbelassen gestaltet und mit Sitz- und Picknickgelegenheiten ausgestattet, die nun Wanderer und Spaziergänger mit einem einmaligen Panoramablick über den Rheingau zum Verweilen einladen. Die Besonderheit dieses Attraktionspunktes entlang des künftigen Panoramawegs liegt vor allem darin, dass während der Vegetationszeit dieser herrliche Blick nicht mehr gegeben ist und sich diese Aussicht nur durch die jetzt hergerichtete Anlage bietet.