Über den "Rheingau-Taunus-Kreis" als Mitglied ist der Rheingau eingebunden in die überregionale Dachgesellschaft ‚Regionalpark Ballungsraum RheinMain gemeinnützige GmbH’. Ihr Anspruch ist es, die Landschaft des Ballungsraumes als Erholungs- und Erlebnisraum aufzuwerten. Der Regionalpark RheinMain wird anteilig aus Fördermitteln der Regionalpark-Dachgesellschaft bzw. den jährlichen Beiträgen ihrer Gesellschafter finanziert. Ein weiterer Anteil kommt jeweils projektbezogen von den Kommunen oder den Durchführungsgesellschaften in deren Gebiet ein Regionalparkprojekt realisiert wird. Außerdem fördert neben dem Land Hessen vor allem die Fraport AG den Regionalpark RheinMain in großzügiger Weise. Hinzu kommen von Fall zu Fall weitere Sponsoren. Der Regionalpark RheinMain ist konzipiert als ein Netz von parkartig gestalteten Wegen und Anlagen, den Regionalparkrouten. Sie durchziehen die regionalen Grünzüge und verbinden sie miteinander. Das ca. 450 km lange Wegenetz soll einmal die umliegenden Naturparke, das Hessische Ried, den Rheingau, die Wetterau bis hin ins Kinzigtal und Spessart vernetzen. Durch eine einheitliche Ausschilderung und Markierung soll an die Besucher durch den Regionalpark und seine vielfältigen Attraktionen auf und an den Routen geleitet werden.
Mit einer Hauptroute von 190 km Länge wird ab 2011/2012 die Kernregion zusätzlich auf eine attraktive Route umfahren. Von dieser Hauptroute werden dann Routen wie der Leinpfad abzweigen, welche den Kern des Ballungsraums mit seinen ländlich geprägten Erholungsregionen verbindet.
Der Rheingau unterliegt einerseits wirtschaftlichen und städtebaulichen Wachstumszwängen und steht andererseits in zunehmender Konkurrenz zu nationalen und internationalen touristischen Zielgebieten. Für die Aufgaben der Zukunft sind solche Regionen besonders gut aufgestellt, die für ihre Bürgerinnen und Bürger mehr Lebensqualität entwickeln und ihre Alleinstellungsmerkmale erkennen, pflegen und weiter ausbauen. Eine weitere Säule des Erfolges liegt darin, Ressourcen zu bündeln, mit einem eindeutigen Profil und einer einheitlichen Vermarktungsstruktur nach innen wie nach außen aufzutreten. Der „Regionalpark RheinMain“ bietet hierfür eine geeignete Plattform, weshalb der Rheingau Teil dieser Gesamtregion geworden ist. Der Rheingau nutzt dies zur Einbindung aller wichtigen Akteure der Region – Weinbau, Hotellerie und Gastronomie, Handwerk und Gewerbe, Handel, Vereine, Verbände, Initiativen und Kommunen und Landkreis – in die zukunftsfähigen Strukturen dieser dynamischen Wachstums- und Metropolregion.
Der Rheingau ist durch seine Landschafts- und Siedlungsstruktur zwischen breit dahin fließenden Insel-Rhein und dem waldreichem Gebirge, seiner traditionell und international bekannten Weinkultur sowie seiner 2000-jährigen Geschichte mit berühmten Klöstern, Burgen und Kirchen und teilweise terrassierten Weinkulturlandschaften geprägt. Diese Strukturen und die damit verbundenen Freiräume nicht nur zu erhalten, sondern zu ergänzen und aktiv zu entwickeln, stellt eine der Aufgaben des Zweckverbands dar, die er auch mit Hilfe des Regionalpark RheinMain umfassend lösen möchte. Diese Aufgabe zielt darauf ab, die Freiräume bzw. Landschaften zwischen den Siedlungen durch Gestaltung „in Wert zu setzen“ und miteinander zu vernetzen. Er will aber auch Impulse setzen, um neue Entwicklungen einzuleiten und Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
Für den Rheingau bedeutet dies neben der Geschichte und ihren Zeugen, vor allem den Wein als Leitprodukt und landschaftsprägendes Element der Region zukünftig stärker erlebnisreich zu profilieren. Die Rheingauer Weinkultur als verbindendes Element und Imageträger der Region soll für Einheimische wie Gäste bzw. Besucher besser zugänglich und emotionaler erlebbar gemacht werden.
Mit dem Leinpfad als ufernahem Weg und seiner Aufwertung über weitere Gestaltungsmaßnahmen wird dieses Ziel sukzessive umgesetzt.